Hallo Quicklyfreund und Leser,

ich wurde in der Vergangenheit schon oft gefragt wie der Quicklymotor funktioniert, sobald die Quickly irgendwelche Probleme macht. Es ist natürlich bekannt, dass der Motor von der Mechanik sehr robust und zuverlässig ist.

Davon kann ich ein Lied singen (siehe Rubrik "Quicklyreise"). In den meisten Fällen ist entweder die Zündspule oder die Dichtungen defekt. Diese Mängel sind altersbedingt. Es ist daher empfehlenswert den Motor immer komplett zu überholen, denn dann macht der Ritt mit dem Quickly umgehäueren Spaß, ohne einen bitteren Beigeschmack zu haben. Dann kommt auch der alte Werbeslogan wieder zum Tragen "Wohl dem, der eine Quickly hat".
So und nun möchte ich die Funktionsweise des Quicklymotors oder besser gesagt, des Zweitakters, was die Quickly nunmal ist erklären. Ich hole dabei sehr weit aus, damit auch Fachunkundige mir folgen können.

Was ist ein Zweitakter?
Ich habe bereits erwähnt, dass der Motor ein Zweitakter ist. Dies bedeutet, dass hier jeder zweite Kolbenhub (Takt) ein Arbeitshub ist. Sowohl Diesel- (Lohmann-Hilfsmotor) auch Vergasermotoren (Holzvergaser etc.) können als Zweitaktermotoren hergestellt werden. Arbeitsweise des Zweitaktvergasermotors als Beispiel (siehe rechtes 2. Bild):
Die Bezeichnung des Zweitakters deutet darauf hin, dass er lediglich eine Umdrehung der Kurbelwelle benötigt für einen Arbeitstakt. Dies hat man erreicht, indem man die Takte, die während der Bewegung des Kolbens zwischen den Totpunkten stattfinden, nicht genau abgegrenzt hat, was im nun folgenden Abschnitt erklärt wird. Zu Begin befindet sich der Kolben am OT, wodurch die Einlassöffnung geöffnet ist. Das Kraftstoffgemisch strömt dadurch in das Kurbelgehäuse. Oberhalb des Kolbens befindet sich jedoch noch komprimiertes Gemisch, welches nun mittels einer Zündkerze entzündet wird. Durch den entstehenden Überdruck bewegt sich der Kolben abwärts, wobei er die Einlassöffnung verschliesst. Durch die Abwärtsbewegung wurde das noch frische Gemisch im Kurbelgehäuse komprimiert. Hat der Kolben den UT erreicht, wird die Auslassöffnung freigegeben und kurz darauf die Spülöffnung, durch die das frische Gemisch in den Raum oberhalb des Kolbens fliesst und das verbrannte Gas hinausschiebt. Die Kurbelwelle hat jetzt 180Grad zurückgelegt. Die zweiten 180Grad der Kurbelwelle beginnnen nun, wodurch der Kolben wieder in Richtung des OT geht. Dabei verschliesst er alle Öffnungen und komprimiert das Gemisch oberhalb des Kolbens. Sobald der Kolben den OT erreicht hat, beginnt der Vorgang wieder von vorne

Wie starte ich die Quickly richtig?
Als erstes sitzt man auf den Sattel und prüft, ob kein Gang eingelegt ist. Danach schließt man die Luftklappe. Die Schwimmerkammer am Vergaser wird durch Drücken des Tupfers zum Überfluten gebracht oder bei Startvergasern wird der Luftschieber, ein Stab am Vergaser hineingedrückt.(bei diesem Entfällt das Schließen der Luftklappe) Dadurch entsteht eine vermehrte Sogwirkung im Vergaser und der Motor läßt sich leichter starten. Darauf folgt das Drücken des Dekompressionshebels, der den Druck aus dem Zylinder nimmt und beim Heruntertreten wird die Kubelwelle nicht so stark belastet. Nach dem 1-4 Heruntertreten sollte die Quickly aus ihrem Schlaf erwacht sein.

Wie funktioniert ein Vergaser?
Die Funktionsweise eines Vergaser ist ziemlich einfach. Nach öffnen des Benzinhahns läuft das Benzin in die Schwimmerkammer bis der Schwimmer durch den Anstieg des Sprits in Kammer ansteigt und die Zufuhr unterbricht. Durch die Bewegung des Kolbens, sei es durch Muskelkraft oder bei laufendem Motor wird ein Unterdruck erzeugt der bewirkt, dass das Benzin von der Schwimmerkammer im Vergaser durch die Hauptdüse durchgedrückt wird. Dieser entstehende Sprühnebel (Luft + Benzin) wird über den Ansaugstutzen in den Zylinder hineingeblasen und dadurch kann eine Verbrennung erfolgen. Wenn man den Gasdrehgriff bei laufendem Motor dreht erhöht sich die Drehzahl im Motor, weil im Vergaser mehr Durchlass von Benzin aufgrund des Ansteigens der Vergasernadel gewährt wird.

Welche Aufgabe hat die Kupplung?
Die Kupplung ist der Vermittler zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Antriebsstrang. Wenn das Fahrzeug steht, dann stehen logischerweise auch die Räder - aber der Motor arbeitet im Leerlauf. Das heißt: Die drehende Kurbelwelle - der laufende Motor - muss von den stehenden Rädern getrennt werden. Diese Aufgabe übernimmt die Kupplung.

Bleiben wir bei dem Beispiel: Der Motor dreht mit 1000 Touren und die Kupplung schließt schnell. Selbst wenn der erste Gang eingelegt ist, wird das nicht gut gehen. Der Motor treibt zwar die Räder an, doch es gibt nur einen "Hupser"; dann ist der Motor abgewürgt, weil die Masse des Fahrzeugs viel zu groß ist für die geringe Kraft des Motors. Erst mit genügend Kraft - sprich höherer Drehzahl - klappt der Anfahrvorgang dann wie gewünscht.

Damit er weich abläuft, muss die Kupplung durch entsprechenden Schlupf eine Drehzahlangleichung zwischen Motor und Getriebe ermöglichen. Dieser Schlupf in der Kupplung stellt darüber hinaus auch einen Überlastschutz dar - etwa wenn durch zu frühes Herunterschalten die maximal erlaubte Drehzahl überschritten wird. Der notwendige Schlupf entsteht übrigens durch Reibung, was letztlich natürlich auch Verschleiß bedeutet.

Neben dem Anfahren und Anhalten wird die Kupplung auch beim Wechseln der Gänge benötigt - was aber weit weniger Gefühl und Übung erfordert. Doch ohne eine Trennung des Motors vom Schaltgetriebe - und die zusätzlichen Elastizitäten der Kupplung - wären die Bauteil-Belastungen beim Gangwechsel viel zu groß. Ohne Kupplung geht es also nicht.

Warum ist das Fahrzeug mit Benzin-Ölmischung zu tanken
und was bedeutet 1:25 oder 1:50?
Die Bezeichnung z.B. 1:25 bedeutet 1 Liter Öl auf 25 Liter Benzin oder 40 ml Öl auf 1 Liter Benzin. Der Motor muss deshalb mit Ölmischung gefahren werden, damit der Kolben und die Kurbelwelle mit ausreichender Schmierung versorgt wird. Durch die Überströmung der Gase im Zylinder bzw. im Gehäuse werden alle notwenigen Stellen ausreichend geschmiert. Das Öl im Kraftstoff wird mitverbrannt. Bei anderen Motoren, wie z.B. beim Auto werden alle Punkte im Motor mit Hilfe von Ölpumpe und Ölkanäle geschmiert. Eine Verbrennung des Öls findet in der Regel nicht statt.
Bitte nur Markenöle verwenden, da nur die eine exzelente Verbrennung aufweisen und dadurch geringere Rückstände im Auspuff und Motor bilden, die wiederum die Leistung des Motors verändern können. Bei Leistungsverlust hilft dann nur noch den Auspuff sowie den Auslass am Zylinder zu reinigen.

Was für eine Aufgabe hat die Zündung?
Auf der rechten Seite unter dem Aludeckel befindet sich auf der Kurbelwelle aufgekeilt das Polrad mit entsprechender Platte. Auf dieser befindet sich Unterbrecher, Kondensator, Zünd- und Lichtspule. Letzteres ist eine Eisenkern mit einem Kupferdraht aufgewickelte Spule, die isoliert ist. Das Polrad ist magnetisch und dreht sich um die Lichtspule bei laufendem Motor herum. Dadurch entsteht ein magnetisches Feld, dass Strom erzeugt. Dieser Strom wird dann an das Vorder- und Hinterradschutzblech geleitet und versorgt die Glühlampen mit Strom. Damit der Strom natürlich fließen kann ist der Rahmen des Quicklys Masse und das Kabel von der Lichtspule weggehend Plus. Im Umkehrschluss bedeutet das, das die Verbindungspunkte der Lichter immer direkt (blanke Stellen) mit dem Rahmen verbunden sein müssen, damit das Licht geht.
Die Zündspule geht nach dem gleichen System vor. Wenn der Unterbrecherkontakt geschlossen ist, fließt ein Strom durch die Primärwicklung der Zündspule. Wenn die Kontakte sich öffnen, wird der Strom plötzlich unterbrochen, wodurch in der Sekundärwicklung eine Hochspannung induziert wird. Diese gelangt über den Zündkabel, Zündkerzenstecker zur Zündkerze. Der Kondensator verstärkt den Zündfunken.
Einstellarbeiten:
Die Öffnung der Unterbrecherkontakte beträgt 0,2 bis 0,3 mm. Wird der Unterbrecherhammer infolge Abnützung des Fiberanlaufstückes weniger hochgehoben, so muß der Kontakträger durch Drehen des Extenters so weit nachgestellt werden, bis die Kontaktöffnung von 0,2 bis 0,3 mm wieder vorhanden ist.
Die Vorzündung beträgt 2,1 mm, d.h. der Kolben steht in dem Augenblick 2,1 mm vor seinem oberen Totpunkt, wenn der Unterbrecher gerade zu öffnen beginnt. Die Stellung des Kolbens wird in bekannter Weise durch das Zündkerzenloch mittels eines Blechstreifens oder Drähtchens kontrolliert, worauf das Maß 2,1 mm makiert ist. Ein zwischen die Unterbrecherkontakte geklemmtes Blattmaß von 0,03-0,05 mm muß bei dieser Kolbenstellung gerade noch frei werden, sodaß es sich herausziehen läßt. Kein Papier verwenden!
Stimmt die Einstellung der Zündung nicht mehr, so muß die Grundplatte des Schwungradlichtmagnetzünders in der erfoderlichen Richtung verschoben werden. Zu diesem Zweck beide Schrauben für Grundplatte 1/2 bis 1 Umdrehung lösen und die Grundplatte durch leichtes Klopfen auf einen dort angesetzten Schraubenzieher verschieben. Nach Festziehen der Befestigungsschrauben nochmals wie oben beschrieben auf richtigen Zündzeitpunkt prüfen. Markierung (Grundplatte-Kurbelgehäuse) ändern! Sollte einmal die Grundplatte aus Gründen abzunehmen sein, die mit der Zündungseinstellung in keinem Zusammenhang stehen, so braucht man die Grundplatte beim Anbringen lediglich wieder auf die Markierung einzustellen. In diesem Falle ist der richtige Zündzeitpunkt zwangsläufig wieder vorhanden.