Hallo Quicklyfreunde,
in den folgenden Zeilen werde ich Euch über meine letzte Reise mit der Quickly erzählen.
Damit Ihr den Zusammenhang versteht, werde ich sehr weit ausholen.
Ich lernte letztes Jahr über meine Homepage den Quicklyfan Timo Plessow aus Göppingen in Württemberg kennen. Dieser hatte kurz vorher eine Quickly über Ebay erstanden. Er besuchte mich im September 2003 und ich versprach Ihm im Sommer 2004 einen Besuch abzustatten..
Als nun einige Reparaturen an seiner Quickly anstanden, war es nun an der Zeit. Natürlich per Quickly. Ich empfahl Ihm aus Sicherheitsgründen gleich den Motor zu überholen, d.h. neu abdichten sowie neue Lager einsetzen. Da die Fa. Krippl 30 km von meinem Heimatort ansässig ist, besorgte ich die Teile. Für die Motorüberholung waren natürlich nicht nur die Teile notwendig, sondern auch Spezialwerkzeug. Da ich schon mehrere Motoren überholt hatte, verfügte ich somit über das notwendige Werkzeug.
Für diesen Unternehmen war selbstverständlich eine sehr gute Planung erforderlich. Die Planung begann bereits im Mai 2004. Wir fixierten dann einen
Besuchstermin am 10.-11.07.2004. Der Treffpunkt wurde am Samstag den 10.07.2004 um 8 Uhr bei Ihm in Göppingen festgelegt.
Am Samstag Morgen den 10.07.2004 fuhr ich um 0.30 Uhr bepackt mit zwei Satteltaschen (siehe Bild), befüllt mit 3 Liter Mischung in Glasflaschen sowie mit dem Spezialwerkzeug (Messuhr, Fühlerlehre, Schieblehre, Heißluftföhn Lötkolben etc. ) und einer querliegenden Sporttasche (befüllt mit Kleidung) los.
Die Fahrt begann in meinem Heimatort Eckartsweier und führte über den Schwarzwald. Diesen erreichte ich um ca. 1.30 Uhr. Es war natürlich bitterkalt. Temperatur betrug in dem Schwarzwaldort Mitteltal 5 Grad über Null. Aber was ein richtiger Biker ist, macht dies auch nichts aus. Hauptsache kein Regen. Bis Kirchheim Teck hatte ich auch Glück. Aber dazu später. Nun denn, im Schwarzwald bin ich ca. 25 Minuten gefahren ohne ein Haus, Verkehrschild, Auto oder eine Menschenseele zu sehen, nur Bäume und Berg. Das war richtig unheimlich. Also nichts für schwache Nerven. Nicht auszudenken, wenn irgendetwas kaputt gegangen währen. Nämlich das Handy hat in dieser Höhe nicht funktioniert. Bei einer Panne hätte ich ein sehr großes Problem gehabt. Aber was soll´s. No risk no fun.
Die Fahrt verlief reibungslos. Es gab keine Zwischenfälle. Durch die drei Glasflaschen konnte ich auch ohne Tankstelle tanken. Nachdem diese aufgebraucht waren, musste ich mich gleich um eine Tankstelle bemühen. Denn die Tankstellen, an denen man Mischung bekommt sind relativ selten. Aber das hat sehr gut funktioniert. In Freudenstadt hatte ich 2 Liter getankt. Dies hat ausgereicht bis Göppingen. Somit hatte ich einen Verbrauch von 6 Litern auf ca. 200 km.
In Tübingen erwachte der Tag. Aber aufgrund der Regenwolken, war dies nur erschwert möglich. Somit wurde ich daran erinnert, dass es bald regnet. Natürlich war ich auf solche Umstände vorbereitet und hatte Regenklamotten dabei. Aber es dürfte jedem bekannt sein, dass diese nicht stundenlang dicht sind. Ich hatte, wie bereits erwähnt, sehr großes Glück und wurde erst in Kirchheim/Teck nass. Dann natürlich richtig d.h., die Kleidung war durchnässt. Das war nicht sehr angenehm. Aber Göppingen war das Ziel und das hatte ich immer fest vor Augen. Somit konnte mich nichts vom Weg abringen. Auch keine Schnellstraße, die ich bekanntlich nicht mit einem Moped befahren darf. Aber bei Nacht waren die insgesamt 3 Teilstücke kurz vor Tübingen und danach nicht stark frequentiert. Gott sei Dank. Denn Umwege hätten mich sehr viel Zeit gekostet, da sich daneben kein Fahrradweg jeweils befunden hatte. Wenn mich natürlich die Polizei erwischt hätte, währe ich wahrscheinlich in Erklärungsnot geraden. Es ist aber nichts passiert. Um 7 Uhr kam ich bereits über Uhingen in Göppingen an. Durchnässt durch den Regen bei Kirchheim/Teck und niedergeschlagen durch den Schlafentzug wartete ich bei einer Autowaschanlage auf Timo, den ich per Handy über meine Ankunft unterrichtet hatte. Dieser traf 5 Minuten nach meinem Anruf ein und war, genauso wie ich überglücklich über meine unversehrte Ankunft. Er begleitete mich zu seinem Haus. Dort angekommen entledigte ich mich von meinen durchnässten Kleidung und frühstückte. Denn pünktlich um 8 Uhr begann das Motorzerlegen. Gegen Mittag hatte wir diesen zerlegt und gereinigt. Nach einer Mahlzeit konnten wir uns an den Zusammenbau begeben. Dies funktionierte ohne Probleme. So konnten wir um 16 Uhr den überholten Motor ohne Mühe starten. Um 20 Uhr war grillen angesagt und so konnte ich mich von den Strapazen des Tages erholen. Bei einer kurzen Zusammenkunft viel ich wie ein Stein um 0.00 Uhr ins Bett. Am anderen Tag stellten wir noch die Kupplung sowie Schaltung ein und reparierten das Licht. Wie immer, war es auch hier nur ein Masseproblem. Nach einer Mahlzeit zeigte mir Timo noch die Stadt Göppingen.
Ich trat um 16.00 Uhr die Heimreise an. Die Regenkleidung bereits am Laib sowie vollgetankter Quickly ging es los. Bereits 5 km nach Göppingen kam ich in ein Regenschauer, der sich glücklicherweise die ganze Heimreise nicht wiederholt hatte. Die Heimreise erfolgte wie die Hinreise ohne technische Probleme.
Sofern Ihr auch so eine Reise mit dem Quickly machen wollt. Lege ich auch ans Herz, dies nur mit einer vollständig überholten Quickly zu unternehmen. Das diese Gefährte sehr zuverlässig sind, dürfte bereits bekannt sein. Jedoch ist dieser, wie jeder andere Oldtimer altersbedingter Verschleißerscheinungen ausgesetzt. Diese können durch die gute Ersatzteilversorgung relativ kostengünstig beseitigt werden.
Diese Reise gehört zu einer ganzen Reihe von Unternehmungen die ich in den letzten zwei Jahren unternommen habe.
Im Jahr 2002 fuhr ich alleine auf das Quicklytreffen nach Sinningen bei Illertissen. Reisedauer 10 Stunden und Wegstrecke 260 km. Nach Hause fuhr ich mit einem Lieferwagen eines Bekannten. Das darauffolgende Jahr legte ich die Strecke Eckartsweier-Untereisesheim-Eckartsweier in insgesamt 360 km und 10 Stunden an einem Tag zurück. Auch hier fuhr ich zu einem Quicklytreffen, bei dem ich lediglich zwei Stunden aufhielt. Bei beiden Reisen bekam ich einen Pokal für die weiteste Anreise.
In diesem Jahr fuhr ich, wie bereits erwähnt nach Göppingen. Reisedauer insgesamt 13,5 Stunden und Wegstrecke 400 km innerhalb von zwei Tagen.
Bis heute habe ich noch nicht geplant, wohin ich nächstes Jahr fahre. Aber eines steht jedenfalls fest, dass ich diese Tradition weiter fortführen werde.
Erquicklychende Grüße,
Christian Körkel